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Konzert / Pop
Sonntag, 16.10.22, 19:00 Uhr

Sophia Kennedy

Kennedys Kunst preist den Wandel mit ein: Sie taumelt, sie torkelt, als wäre sie auf dem Heimweg nach einer langen Nacht. Die Musik flattert, nicht alle Streicher und Synthies sind genau gestimmt. Der Boden schwankt. Und doch hat die Musik mehr Platz zum Atmen. Sie ist kaputter und wirkt lebendiger. Es ist noch immer Sophia Kennedy, wie wir sie lieben. Aber sie ist jetzt viele. «Monsters» – das neue Album von Sophia Kennedy erschien am 7. Mai 2021. Ein Album, das die Fliehkräfte der Zeit nicht abwehrt, sondern in dreizehn Songs zum Tanz bittet. «Monsters» spielt mit den unklaren Zuständen zwischen Bedrohung und Befreiung. Der Pop von Sophia Kennedy ist kein Parteiprogramm, sondern ein Panoptikum der Möglichkeiten, die es angstfrei auszuprobieren gilt. «Are you fact, are you fiction / you appear in many shapes / we will both look the same / once we lie in our graves» singt Kennedy in der Strophe von «I Can See You», die an Karen Dalton erinnert, eine US-amerikanische Folksängerin der Sechzigerjahre, der man die Genussmittel ähnlich gut anhörte wie Billie Holiday. Im Refrain klingen Kennedys Stimmbänder aber wieder so dehnbar wie das Gummi einer Steinschleuder. Unter- oder überspannt, high or low, orange or blue: Wer kann das immer auseinander halten? So hören wir auf «Monsters» oft mehrere Versionen von Sophia Kennedy. Manchmal im selben Lied wie in «Orange Tic Tac», diesem Bericht aus der digitalen Nachrichtenwelt, in der Lethargie und Aktionismus miteinander ringen. Sei es, weil einen der Feed runterzieht. Oder weil die Stimmung nach oben ausschert beim Anblick des orangenen Himmels, obwohl der dem Feuer in Kalifornien geschuldet ist. Tic, Tac, tickt die Uhr, heisst aber auch die süße Pille im orangenen Plastikbehälter, die selbst nach Pop klingt: Tic Tac!

Veranstaltungsort

Café Bar Mokka
Allmendstrasse 14
3600 Thun
home@mokka.ch